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Henriettenstiftung aktuell

25.02.2009
  Autor: Joachim Döring
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  Quelle: Presseinformation  
     
Kerze und Kreuz als Ruhepol
Weiterer Abschiedsraum im Diakoniekrankenhaus Henriettenstiftung eingeweiht.
 
Für die Familie war das alles überraschend: Gestern noch hatte die Tochter mit ihrer 85-jährige Mutter, die wegen eines Schlaganfalls im Krankenhaus lag, über die Entlassung gesprochen. Jetzt aber hat das Krankenhaus angerufen, und sie musste erfahren, dass ihre Mutter gerade verstorben ist.

Abschied nehmen können an einem ruhigen Ort im Krankenhaus, das hat eine große Bedeutung, sagt Pastor Volker Milkowski, Vorsteher der Henriettenstiftung. Er hatte gemeinsam mit Chefarzt Professor Thomas Weiss zu einer kleinen Feierstunde mit Musik und Andacht eingeladen, um einen neuen Abschiedsraum auf Station 4 in seiner Bestimmung zu übergaben. Gekommen waren Pflegekräfte, Stationsmitarbeitende, Ärztinnen und Ärzte sowie Diakonissen.

Das Engagement ist deutlich: Für das Diakoniekrankenhaus Henriettenstiftung ist es der vierte Abschiedsraum, der erste auf einer Normalstation, in der Klinik für Kardiologie. Die anderen befinden sich zwischen den beiden Intensivstationen, am Standort Kirchrode und einen in einem Nebengebäude.

Helle Wände, indirektes Licht, eine warme Anmutung, so präsentiert sich der neue Raum. Dazu gehören zwei Sessel, ein kleiner Glastisch, darauf eine Kerze, ein Kreuz und das Gesangbuch als Gebetseinladung – einfache Mittel christlicher Symbolik, die oft auch allgemein verständlich sind und zum Allgemeingut gehören. Die Ruhe ist nötig, um Gesagtem und Ungesagtem nachgehen zu können. Das gilt gerade angesichts eines Lebens, das verabschiedet wird. Dazu gehört auf Wunsch auch ein Gespräch, eine Andacht, die Aussegnung eines Verstorbenen mit einer Seelsorgerin oder einem Seelsorger. Das verschafft einen Moment der Gelassenheit. Auch Angehörige anderer Religionen sind willkommen, ein Koran ist ebenfalls vorhanden.

Das alles gehört zu einer umfassenden Kultur der Verabschiedung: Der Raum der Stille im Atrium gehört dazu ebenso wie die Konzeption von Kunstwerken, die ein Stück Humanität ausstrahlen in einer sonst doch recht durchrationalisierten Krankenhausumgebung.

Diese Kultur ist von den Hospize entwickelt worden, wie das Uhlhorn Hospiz, das ebenfalls zur Unternehmensgruppe Diakonische Dienste Hannover gehört. Sich angenommen zu fühlen als ganzer Mensch in seiner ganzen Würde, in dieser Atmosphäre leben zu dürfen bis zuletzt, das ist das Vorbild. Es ermöglicht den Betroffenen einen Reichtum an innerer Erfahrung.

Von diesem Vorbild können Krankenhäuser lernen, so ließ Pastor Volker Milkowski erkennen. Denn die meisten Menschen sterben nach wie vor im Krankenhaus. Daran haben Palliativdienste und Hospize nur wenig ändern können. Deshalb bietet das Diakoniekrankenhaus Henriettenstiftung besondere Räume mit einer anheimelnden Atmosphäre. Sie sind wie Oasen im Alltagsbetrieb der Station, der eher auf Gesundung und Therapie eingestellt ist, auch wenn Krankenschwestern und –pfleger sowie Ärztinnen und Ärzte sich auf eine menschlich anheimelnde Atmosphäre einstellen. In Würde sterben und in Würde auch Abschied nehmen zu dürfen ist ein wichtiger Aspekt gerade in einem christlichen Krankenhaus.
 
   
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