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Hostienbäckerei
 
   
Seit 1877 haben Schwestern der Henriettenstiftung Hostien gebacken. Vorsteher Pastor J. S. Büttner nahm eine Idee von Pfarrer W. Löhe auf, "daß unsere Diakonissenmutterhäuser auch darin eine Diakonie üben könnten und sollten, daß sie von ihren Schwestern die Hostien bereiten lassen".

In den letzten 20 Jahren übernahmen die Feierabendschwestern Ida Nienhüser und Erika Neupel diesen Dienst im Ehrenamt.

Wir alle sind unseren Schwestern, die sich nun endgültig aus ihrem langjährigen Dienst verabschiedet haben, zu großem Dank verpflichtet.

Nach 130 Jahren wurde die Hostienbäckerei zum Jahresende 2007 geschlossen.

Wir danken auch den weit über 200 Gemeinden, die unserem Haus lange Jahre die Treue gehalten haben.

Die Henriettenstiftung bewahrt die Erinnerung an die lange diakonische Tradition der Hostienbäckerei in dem Erinnerungsraum Hostienbäckerei, der im Rahmen des Projektes ZeitFenster „Historie im Bestand“ in der ehemaligen Pforte des Mutterhauses eingerichtet wurde.

Den Erinnerungsraum können Sie von Montag bis Freitag in der Zeit von 10:00 bis 18:00 Uhr im Eingangsbereich des Mutterhauses besichtigen.

Wir möchten Sie aber auch an dieser Stelle weiterhin über Bedeutung und Herstellung der Hostien informieren.
Diakonisse Ida Nienhüser am Waffeleisen
Diakonisse Ida Nienhüser am Waffeleisen

Hostien – Bedeutung und Herstellung

Hostien werden bei der Feier des Heiligen Abendmahls gegeben. "Nehmet hin und esset, dies ist mein Leib", sagte Jesus, als er mit seinen Jüngern das letzte Abendmahl feierte. Daran knüpft das Heilige Abendmahl an und vergegenwärtigt, dass Jesus "für uns" gestorben ist.

Die Oblaten bestehen aus einem ungesäuerten Teig. Diese Tradition ist seit dem 8. Jahrhundert bekannt. Damals wurde in der römischen Kirche ungesäuertes Brot gegeben, meistens in der Form runder, flacher Scheiben, versehen mit Bildern. Die Hostienzubereitung übernahmen häufig Mönche.

Zur Zubereitung sind mehrere zeitlich aufeinander abgestimmte Arbeitsgänge notwendig. Der Teig der geprägten Oblaten wird aus bestem, nochmals gesiebtem Auszugweizenmehl und klarem Wasser angerührt. Er wird in ein spezielles Waffeleisen gegeben mit Prägungen auf der Oberseite.

Der Teig muss so verteilt werden, dass er ohne Luftblasen eine dünne Hostienplatte mit 55 Hostien ergibt. Diese lagert eine Nacht lang in einem feuchten Raum, damit sie geschmeidig wird. Danach werden die Hostien einzeln ausgestochen und getrocknet.

Brothostien gibt es ebenfalls. Sie bestehen aus Backmehl. Im Geschmack ähneln sie dem Brot. Sie sind dicker und ohne Symbolprägung.

Der Brauch, mit Hostien das Heilige Abendmahl zu feiern, geht auf eine alte Tradition zurück. Die frühen Gemeinden der noch jungen Christenheit feierten das Abendmahl als Erinnerung und Vergegenwärtigung von Jesu Tod. Er ist, so hieß es bereits damals, für uns gestorben. Deshalb schreibt Paulus "Der Tod ist der Sünde Sold". Diesen Tod hat Jesus stellvertretend auf sich genommen. So wird für die Christen neues Leben möglich. Das lateinische Wort "hostia" bedeutet "Opfertier" und "Schlachtopfer".

Die ersten Christen feierten das Heilige Abendmahl oft als Mahlzeit. Daneben entstand die Tradition des Heiligen Abendmahls als symbolischer Mahlzeit. Die Bedeutung von Jesu Sterben und Auferstehen sollte allein im Mittelpunkt stehen

Die Symbole der Prägungen sind traditionsreich:




Christusmonogramm mit Fisch. Das griechische Wort "ichthys" ergibt sich aus den Anfangsbuchstaben: „Jesus Christus, Gottes Sohn, Retter“.

 


Die Taube begegnet uns im Neuen Testament zuerst bei Jesu Taufe. „Der Himmel tat sich auf, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabfahren und über sich kommen. Und siehe, eine Stimme vom Himmel herab sprach: ‘Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe’.“ Im Alten Testament bringt die Taube das Ölblatt zur Arche: ein Neuanfang wurde möglich.



Kruzifix mit Alpha und Omega, dem ersten und letzten Buchstaben des griechischen Alphabets; es weist auf Christus hin, den Anfänger und Vollender des Glaubens. Dazu die Offenbarung: „Ich bin das A und das O, spricht Gott der Herr, der da ist und der da kommt, der Allmächtige.“


 



Das Osterlamm steht für Christi Tod, der mit aller Schuld und Sünden dieser Welt beladen den Tod überwand. Darum die Siegesfahne. Das Lamm erinnert auch an den Alten Bund, als Opfertier zur Versöhnung.
 
 
 
 
 
 

 

   

 

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